Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Buuuh!!!

11.04.2026

Return-to-Office-Aktionen wirken meistens als Missvertrauen und frustrieren Mitarbeitende. Mache es besser als Durchschnitt.


Zurück ins Büro


„Mein Chef mag kein Homeoffice,“ sagte Markus, ein gut bezahlter Mitarbeiter einer Immobilienfirma im Coaching mit mir letzte Woche – ein Coaching, das kurioserweise genau dieser Chef verordnet (und bezahlt) hat.

Vier Tage pro Woche fährt Markus 90 Kilometer hin und zurück. Steht in Staus, gerät unter völlig unnötigen Stress, verliert wertvolle Zeit und Nerven.

Muss es wirklich sein? Nein, die Mehrheit von seinen fachlichen Aufgaben könnte er fokussiert und viel effektiver von zu Hause, als aus dem Büro erledigen. Nur vertraut ihm sein Arbeitgeber leider nicht und besteht hartnäckig auf der Präsenz. Ohne es zumindest "vernünftig" zu begründen.

.Ergebnis? Markus schaut sich um, wo er seine Lebensenergie sinnvoller einbringen und mehr Vertrauen und Wertschätzung erleben kann.



Häufigste Begründung ist "besserer Austausch"


Die WSI-Erwerbspersonen-Befragung ergibt, dass lediglich etwa 50 Prozent von Arbeitgebern die Anweisung, ins Büro zu kehren, überhaupt begründen. Und wenn doch, dann sehen die genannten Gründe so aus:

  • 86 Prozent wurden wegen den kollegialen Austauschs ins Office gerufen
  • 76 Prozent: wegen der Erleichterung der Teamarbeit
  • 50 Prozent: wegen der Verbesserung der Produktivität oder der Arbeitsergebnisse.


Doch egal, was die Chefs offiziell kommunizieren, vermuten die Mitarbeitende was ganz anderes:

  • 62 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass es dem Arbeitgeber vor allem um stärkere Kontrolle geht.
  • 55 Prozent denken, dass die Vorgesetzten der Belegschaft nicht vertrauen.
  • Vier von fünf Beschäftigten, denen überhaupt keine Begründung genannt wurde, vermuten ein Kontrollinteresse des Arbeitgebers als Hauptgrund.

Buuuh!!!



Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Die Zahlen sprechen dagegen


Das Wirtzschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat die Wirkung von "Return-to-Office" - Initiativen unter die Lupe genommen und die Ergebnisse im Policy Brief Nr. 95, März 2026 veröffentlicht. Karin Schulze Buschoff, Eileen Peters und Bjarne Müller haben 2600 für das Homeoffice geeignete Personen befragt und dabei herausgefunden:

  • 64 Prozent der Befragten lehnen es grundsätzlich ab, häufiger im Betrieb zu arbeiten.
  • 62 Prozent gehen davon aus, dass es dem Arbeitgeber vor allem um stärkere Kontrolle geht.
  • 55 Prozent denken, dass die Vorgesetzen der Belegschaft nicht vertrauen.

Generell löse die Anweisung, ins Büro zu kehren “höchste Unzufriedenheit”. “Auf einer Skala von 0 (“ganz und gar nicht zufrieden” bis 10 (“voll und ganz zufrieden”) bewerten die Beschäftigten die Rückhol-Initiativen mit durchschnittlich gut 4 Punkten. Wurde ein Grund genannt, liegt die Zufriedenheit bei 4,6 Punkten höher als ohne Begründung mit 3,7 Punkten. Personen mit Leitungshunktion bewerten die Maßnahmen mit 4,9 Punkten insgesamt positiver als Beschäftigte ohne Leitungsfunktion mit 3,9 Punkten. Sie geben aber auch häufiger an, dass ihnen ein Grund genannt wird."

Denke in Ruhe darüber nach, was diese Tendenzen für den Erfolg deines Unternehmen bedeuten...


Bei 37 % Zufriedenheit ist noch viel Luft nach oben: So kannst du es besser machen als der Durchschnitt


  • Kommuniziere deine Ziele und Motive ehrlich und klar, es erhöht dramatisch die Chancen, dass dein Team in die von dir gewünschte Richtung mitzieht.


  • Frage deine Leute, wie oft würden sie gerne von zu Hause arbeiten – und warum


  • Nehme die Außerungen deiner Beschäftigten ernst, nutze diesen Anlass, um ins Gespräch (kein Monolog!) zu kommen


  • Reflektiere im sicheren Raum (z.B.mit deinem Coach, Therapeut, Freund oder in einer MasterMind-Gruppe oder einfach durch Journaling) über deine Bedürfnisse und was DU brauchst, um Vertrauen zu deinem Team zu haben, Sicherheitsgefühl auch in schwierigen Zeiten zu haben, Erlolgsstretegien für komplexe Prozesse (am besten gemeinsam mit deinem Team) zu erarbeiten.


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Komme zum nächsten digitalen Leader Camp, wie immer am dritten Freitag im Monat 10-12 Uhr via Zoom, das nächste mal am 

17. April 2026.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Führung deines Unternehmens und unterstütze dich gern auf deinem Weg!


Über die Autorin:

Marina Diané ist Expertin für Mitarbeiterbindung durch gesundes Arbeiten. Seit über 20 Jahren begleitet sie Unternehmen dabei, Fachkräfte zu halten und Arbeitskulturen zukunftsfähig zu gestalten. Sie entwickelte das 5-Schritte-Programm „Talente bis zur Rente“ und ist autorisierte INQA-Coaching-Beraterin sowie Beraterin der Offensive Mittelstand.

Auf diesem Blog teilt sie praxisnahe Impulse zu Mitarbeiterbindung, Führung und Kommunikation. 2025 erschien ihr Buch „Offene Geheimnisse von 4medien“.

Marina Diané Portraet
Marina Diané Portraet