Hybrides Arbeiten - was Unternehmen verstehen müssen
19.03.2026
Produktivität hängt nicht vom Arbeitsort ab und Präsenz soll für bessere Kommunikation genutzt werden.
iga-Trendzahl 33: Rund ein Drittel arbeitet mobil
Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) analysiert regelmäßig Entwicklungen in der Arbeitswelt und bereitet diese praxisnah für Unternehmen auf. Der aktuelle Trendbericht „Trendzahl 33“ bringt es auf den Punkt:
Ein Drittel der Beschäftigten arbeitet heute überwiegend mobil.
Damit wird erneut bestätigt, was viele Organisationen längst wissen: Hybrides Arbeiten ist keine Übergangsphase mehr – es ist der neue Standard.
Grundlage dafür ist unter anderem die Studie „Beyond hybrid work – die post-hybride Arbeitswelt“ des Fraunhofer-Institut, die diese Entwicklung deutlich belegt.
Hybrides Arbeiten stabilisiert sich
Ein zentraler Befund der Studie:
Der Anteil der Beschäftigten, die bis zu 80 % mobil arbeiten, ist von 29,8 % auf 33,9 % gestiegen.
Das bedeutet konkret:
Hybride Modelle haben sich damit nicht nur etabliert, sondern stabilisiert.
Was bereits gut funktioniert
Viele Unternehmen haben in den letzten Jahren dazugelernt.
Zusammenarbeit, Führung und Abstimmungen im Team werden heute überwiegend positiv bewertet. Hybrides Arbeiten ist längst kein improvisiertes Notfallmodell mehr, sondern ein funktionierendes System.
Das ist eine wichtige Erkenntnis:
Organisationenkönnenhybride Arbeit erfolgreich gestalten.
Die unterschätzten Herausforderungen
Trotz aller Fortschritte bleiben zentrale Spannungsfelder bestehen:
- Arbeitsbelastung: Grenzen verschwimmen, Erholung fällt schwerer
- Abgrenzung: Arbeit und Privatleben sind oft schwer zu trennen
- Sozialer Austausch: Spontane Begegnungen nehmen ab
- Integration neuer Mitarbeitender: Beziehungen entstehen langsamer
Gerade diese „weichen Faktoren“ werden häufig unterschätzt – dabei sind sie entscheidend für Motivation, Gesundheit und langfristige Mitarbeiterbindung.
Mehr Büro = mehr Leistung? Ein Trugschluss
Ein besonders relevanter Punkt der Studie:
👉 Mehr Präsenz führt nicht automatisch zu höherer Produktivität!
Diese Erkenntnis stellt eine aktuell verbreitete Annahme infrage. Viele Unternehmen reagieren auf Unsicherheit mit strengeren Präsenzvorgaben – doch genau das kann nach hinten losgehen.
Denn starre Regeln erzeugen oft Widerstand, ohne die Zusammenarbeit tatsächlich zu verbessern.
Wann Präsenz wirklich wirkt
Die Studie zeigt gleichzeitig: Präsenz bleibt wichtig – wenn sie sinnvoll genutzt wird.
Gemeinsame Zeit im Büro entfaltet ihren größten Wert bei:
- kreativem Austausch
- Innovationsprozessen
- Beziehungsaufbau
- informellen Gesprächen
Der entscheidende Perspektivwechsel lautet daher:
👉 Nicht mehr Präsenz, sondern bessere Präsenz.
Die eigentliche Führungsfrage
Für Unternehmen verschiebt sich damit die zentrale Frage:
Nicht mehr:
„Wo wird gearbeitet?“
Sondern:
„Wie gestalten wir Arbeit so, dass sie gesund, produktiv und menschlich bleibt?“
Genau hier liegt die eigentliche Führungsaufgabe der Zukunft.
Fazit: Entwicklung statt Rückkehr zur Vergangenheit
Hybrides Arbeiten ist gekommen, um zu bleiben.
Unternehmen, die heute erfolgreich sein wollen, sollten nicht versuchen, alte Strukturen wiederherzustellen. Entscheidend ist vielmehr, hybride Arbeit aktiv zu gestalten:
- mit klaren, flexiblen Regeln
- mit bewusst geschaffenen Räumen für Austausch
- und mit einem starken Fokus auf Gesundheit und Führung
Denn am Ende gilt:
👉 Nicht der Arbeitsort entscheidet über den Erfolg – sondern die Qualität der Zusammenarbeit!
Über die Autorin:
Marina Diané ist Expertin für Mitarbeiterbindung durch gesundes Arbeiten. Seit über 20 Jahren begleitet sie Unternehmen dabei, Fachkräfte zu halten und Arbeitskulturen zukunftsfähig zu gestalten. Sie entwickelte das 5-Schritte-Programm „Talente bis zur Rente“ und ist autorisierte INQA-Coaching-Beraterin sowie Beraterin der Offensive Mittelstand.
Auf diesem Blog teilt sie praxisnahe Impulse zu Mitarbeiterbindung, Führung und Kommunikation. 2025 erschien ihr Buch „Offene Geheimnisse von 4medien“.


